„Jetzt springe ich für IHN“

Die Weltmeisterin im Hochsprung, die kroatische Athletin Blanka Vlašic, legte am 2. August vor den Teilnehmern des Mladifest Zeugnis ab. Sie erzählte von ihrem Leben, von ihrer Karriere, dem Augenblick ihrer Bekehrung, von ihrem Glauben an Gott und wie viel dieser ihr bedeute.

Alles begann mit einer Verletzung. Aufgrund der Schmerzen, die sie wegen der Verletzung hatte, fiel sie in einen immer tieferen depressiven Zustand. Und als sie dann keinen Erfolg im Sport mehr hatte, verschloss sie sich am liebsten tagelang in ihrem Zimmer, damit sie niemanden sah und hörte. Der Hochsprung war ihre Identität, und ohne Erfolg fühlte sie sich wertlos. Dieser depressive Zustand wurde so stark, dass sie immer wieder einen starken Druck in der Brust verspürte, sodass sie kaum noch atmen konnte. Im Kopf malte sie sich bereits die schlimmsten Krankheiten aus. Mit niemandem wollte sie darüber sprechen, weder von ihrer Verletzung noch von den Schmerzen oder was sie zu diesem Zeitpunkt durchmachte.

Wie für viele andere Gleichaltrige war es auch für sie nach der Hl. Firmung zu einem Bruch mit der Kirche gekommen. „Ich schäme mich, weil ich so war, ich schäme mich, dass ich Gott all diese Zeit den Rücken zugekehrt habe, aber irgendwie wusste ich, dass er die ganze Zeit bei mir war“, berichtet Blanka.

Eines Tages rief sie ein Freund an und meinte, er hätte beim Hl. Antonius eine Kerze für sie angezündet. Später dachte sie darüber nach, dass sie das Gleiche tun und dass sich dadurch etwas ändern könnte. Und sie ging, ohne viel eigenes Gebet, zwei Monate lang täglich zum Bild des Hl. Antonius und zündete dort eine Kerze an. In dieser Zeit geschah nichts, doch es war eine Art Vorbereitung auf ihre Bekehrung. Von großer Bedeutung war sicherlich die vorherige Umkehr ihres Bruders, der sich in Folge einer Verletzung bekehrte. Blanka beschwerte sich einmal bei ihm während des Trainings, dass sie Schmerzen hätte, und er fing an über Gott zu sprechen. „Mein Bruder Marin redet von Gott? Er ist doch zu so etwas gar nicht fähig“, dachte sie. „Doch hättet ihr meinen Bruder damals reden gehört, es wäre euch alles klar gewesen.“, erzählte Blanka und fügte hinzu, dass sie nach diesem Gespräch mit ihrem Bruder drei Tage lang weinte und danach anfing, sich immer mehr Gott zuzuwenden. Manchmal erschien es ihr, dass ihre Gegnerinnen am Sportplatz so sehr eingeschüchtert waren von ihrer Anwesenheit, dass sie allein schon aus diesem Grund schlechter sprangen als sie. Blanka entdeckte auch, dass sie glücklicher wurde, weil sie bescheiden sein durfte, und dass ihr jemand eingedrillt hatte, dass sie immer stark und selbstbewusst sein müsse. Sie erfuhr, wie erleichternd es war, auch einmal schwach sein zu dürfen. Sie gestand, dass dies ein Neubeginn ihres Lebens war, und dass sie jedem von ihrer Erfahrung erzählte und helfen wollte, damit auch die anderen zum Glauben fänden.

Am Ende sagte sie, dass sie ihr Schicksal in die Hände Gottes gelegt hätte, dass ihr das Unbekannte weiterhin Angst bereite und dass dieses Unbekannte ihr zukünftiges Leben ohne Verwirklichung im Sport sei. Ihre abschließenden Worte waren: “Das wird eine enorme Veränderung sein, aber ich überlasse alles Gott und ich weiß, dass er das Beste für mich machen wird.“ Sie bezog sich auf die letzten Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, wo sie unvorbereitet und sichtlich verletzt hinkam. Sie hinterfragte damals, ob das alles Sinn mache, doch als sie trotz Verletzung eine Medaille gewann, sah sie ein, dass sie deswegen Schmerzen hatte, weil ihr Gott zeigen wollte, dass das passiere, was er wolle, und nicht das, womit sie rechne.

Jetzt springe sie für Gott, und alles, was sie tue, übergebe sie Gott. „Ich bin nicht mehr wichtig!“, ist Blanka überzeugt. Und sie zeigt damit, dass sie entschieden hat, ihre Maske fallen zu lassen und ein geliebtes Kind Gottes zu sein.