Das ist ein Fasten, wie ich es liebe…

Dr. Christian Stelzer

„Diese Fastenzeit ist für euch ein besonderer Ansporn, euch zu ändern. Fangt in diesem Moment an! Schaltet das Fernsehgerät ab und verzichtet auf verschiedene Dinge, die für euch unnütz sind!“, ruft uns die „Gospa“ (Gottesmutter auf Kroatisch) in ihrer Botschaft vom 3. Februar 1986 in Medjugorje auf.

Dem Gebet kommt eine Schlüsselrolle zu: Es ist die Kette, die uns mit Gott verbindet und uns näher zu ihm bringt (Botschaft vom 25. Jänner 2016).
Durch das Gebet, das Betrachten der Worte Gottes, entdecken wir, wie der Himmel es mit uns und unseren Mitmenschen meint und wie wir unsere Gedanken lenken und unsere Entscheidungen treffen sollen.
Ganz konkret heißt es da zum Fasten:
„Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.“ (Jes 58,6-7)
Wenn wir all das befolgen, gilt uns die Verheißung: „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben.“ (Jes 58,8)

Auch für die Flüchtlingsfrage, die uns heute alle so bewegt, kennt das Alte Testament eine eindeutige Antwort:
„Schon bald komme ich und trete als Zeuge auf gegen die Zauberer und die Ehebrecher, gegen die Meineidigen und gegen alle, welche die Taglöhner, Witwen und Waisen ausbeuten, den Fremden im Land ihr Recht verweigern und mich nicht fürchten, spricht der Herr der Heere.“ (Mal 3,5).

Noch viel deutlicher wird das Neue Testament in der Rede „Vom Weltgericht“: Jesus sagt: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mat 25,35) Wir werden antworten: „Wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und dich aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?“ (Mt 25,38) „Darauf wird der König ihnen antworten: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)
„Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: …ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen.“ (Mt 25,43)

Die Forderungen populärer Politiker, Fremde und Flüchtlinge in die zerstörten Kriegsgebiete, aus denen sie kommen, zurückzusenden, haben wahrscheinlich verschiedene Beweggründe, sicher aber keine christlichen.
Jesus wiederholt im Matthäusevangelium drei Mal ganz konkret, was er sich von uns wünscht und wie wir mit Hungrigen, Durstigen, Fremden und Obdachlosen, Kranken und Gefangenen umgehen sollen.
Lassen wir uns von seinen Worten prägen. Sie werden unser Sprechen und Handeln verändern und unser Denken für neue Lösungen öffnen, die wir jetzt vielleicht noch nicht kennen.

„Liebe Kinder, ich rufe euch auf, dass sich jeder Einzelne bekehrt. Diese Zeit ist für euch da.“ sagt uns die Gospa im Februar 1986.
Und in der letzten Botschaft heißt es: „Deshalb, meine lieben Kinder, mit Demut im Herzen kehrt zu Gott und seinen Geboten zurück… Ihr, meine lieben Kinder, seid frei, euch in Freiheit für Gott oder gegen ihn zu entscheiden.“
Nützen wir unsere Freiheit und nehmen wir das Wort Mariens freudig an: „Kehrt zurück zu meinem Herzen, damit ich euch zu meinem Sohn Jesus führen kann, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.“

Eine gesegnete Fastenzeit
wünscht Ihnen
Christian Stelzer