Betrachtung zur Botschaft vom 25. Juni 2017 – Dr. Angelo Carobene

Heute möchte ich euch für eure Beständigkeit danken

Die Treue, die die Mutter uns in diesen Jahren gezeigt hat, spiegelt die Treue Gottes zu uns wider, die uns befähigt, Ihm trotz unserer Schwachheit treu zu bleiben. Gott hat uns nicht einfach geschaffen und uns selbst überlassen.


Seine fürsorgende Liebe begleitet uns und verlässt uns nie. Wir haben schon oft erfahren, dass Gott da war, als wir uns verlassen, einsam und trostlos fühlten. Wir waren entmutigt, voll Zorn und Verbitterung, und Gott hat uns beruhigt und seine vergebende Liebe in uns siegen lassen. Wir haben weitere Schritte des Vertrauens und der Hoffnung gewagt. Ohne es zu merken, auch durch Umwege, Höhen und Tiefen, trotz unseres Hinkens haben wir einen Weg zurückgelegt, der uns nach vorne gebracht hat.

„Liebe Kinder! Heute möchte ich euch für eure Beständigkeit danken und euch aufrufen, dass ihr euch dem tiefen Gebet öffnet.“

Für solche Mühe ist uns die Mutter dankbar! Sie hat uns immer wieder angesprochen und uns wiederholt zur Umkehr aufgerufen. Wir haben uns bemüht, ihre Botschaften zu leben, und im Gebet Gott immer neu gesucht. Nun bedankt Sie sich bei uns! Kraft der Liebe Gottes, die sich stärker als unsere Sünde erwiesen hat, haben wir eine neue Freiheit für das Wahre und das Gute geschenkt bekommen, die uns mit Dankbarkeit zu erfüllen hat. Dankbarkeit Gott und auch der Mutter gegenüber, die uns geholfen hat, als freie Kinder Gottes zu leben und zu handeln. Ja, in den Verdiensten seiner Heiligen offenbart Gott die Freiheit und Herrlichkeit seiner Gnade! Aus der Dankbarkeit heraus sind wir heute eingeladen, noch tiefer ins Gebet einzutreten.

„Das Gebet, meine lieben Kinder, ist das Herz des Glaubens und die Hoffnung in das ewige Leben.“

Die Tiefe des Gebetes ist abhängig von der Tiefe unserer persönlichen Beziehung mit Gott, die uns den Glauben an seine Liebe geschenkt hat. Schon im Augenblick unserer Zeugung hat Gott uns einen Namen gegeben, der uns befähigt, von ihm angesprochen zu werden und ihm zu antworten. Für Gott sind wir einmalig und nicht verwechselbar. Jeder von uns kann in eine kindliche und freundschaftliche Beziehung mit Gott eintreten, kann lernen, sich als Kind Gottes zu verstehen, von ihm gewollt und geliebt. In der Taufe hat Gott in uns den Samen der göttlichen Tugenden von Glaube, Liebe und Hoffnung eingesenkt, damit wir als Kinder des Lichtes leben und im Dienst seines göttlichen Planes zur Rettung unserer Mitmenschen mithelfen können. Indem wir uns in Glaube, Liebe und Hoffnung einüben, vertieft sich unsere Beziehung mit Gott und unsere Verfügbarkeit.

„Deshalb betet mit dem Herzen, bis euer Herz mit Dankbarkeit Gott dem Schöpfer singt, der euch das Leben gegeben hat.“

Die ständige Einladung der Mutter zum Gebet bekommt heute eine besondere Farbe. Es ist nur in einer personalen Beziehung mit Gott, die im Gebet ihre selbstverständliche Ausdrucksform hat, möglich, dass wir verstehen lernen können, was Leben aus dem Glauben bedeutet. An Gott zu glauben heißt, sich von ihm ins Dasein gesetzt zu wissen und ihm zu vertrauen, weil er die Liebe ist. Wir dürfen in die lebendige Beziehung eintreten, die Jesus mit dem Vater verbindet. In dieser Verbundenheit ist Jesus bis zum Tod geblieben. Gerade in der Einsamkeit und Verlassenheit hat sich Jesus dem Vater anvertraut: Vater, in deine Hände lege ich voll Vertrauen mein Leben. Es hängt also von der Tiefe unserer Übergabe an Gott ab, dass unser Gebet an Tiefe gewinnt! Nun können wir verstehen, warum uns heute die Mutter sagt, dass das Gebet das Herz des Glaubens ist. In dem Maße, in dem ich betend die Überzeugung gewinne, dass die Liebe Gottes stärker als die Sünde ist, meine Sünde, die konkrete Sünde, die mich und die anderen entwürdigt, schenkt Gott mir die Gnade, die ich so notwendig brauche! Dazu können wir auch hinzufügen: Vater, nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Dabei können wir die Kraft bekommen, unsere innere Leere von seiner Gnade erfüllen zu lassen.

Der Glaube an den Sieg Christi über Sünde und Tod wird unweigerlich auch unsere Hoffnung erneuern, d.h. unsere Sehnsucht, unsere Wünsche, unsere Erwartungen, die ihre Kraft von der rechten Ordnung der Liebe empfangen. Im Gebet können wir Gott unsere Sehnsüchte und Unerfülltheit übergeben und Abschied von unserem Wunschdenken nehmen, wissend, dass die Liebe Gottes uns eine herrliche Zukunft vorbereitet hat.

„Ich bin mit euch, meine lieben Kinder, und bringe euch meinen mütterlichen Segen des Friedens.“

Die Hoffnung auf die Erfüllung des ewigen Lebens lässt uns die wahre Einschätzung von uns selbst und von unseren Mitmenschen finden, die wir nicht egoistisch zu lieben haben, sondern mit der Gratis-Liebe Gottes, die für uns das Beste will: unsere Vollendung in ihm. Die Mutter Maria wird uns weiter begleiten auf dem Weg zu Gott hin, zum ewigen Leben.

„Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“



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