Betrachtung zur Botschaft, Medjugorje, 25 November 2017 – Dr. Reinhard Pichler

Dr. Reinhard Pichler

 

Adventzeit – Gnadenzeit – Gebetszeit
Die Gottesmutter lädt uns ein, ihre Worte in der Familie zu betrachten. Die folgenden Gedanken zur Botschaft vom 25. November 2017 sind die Zusammenfassung eines solchen Gespräches, verfasst von Reinhard Pichler und seiner Tochter Maria.

Betet und sucht den Frieden, meine lieben Kinder.

Die Gospa ruft uns wie schon so oft zum Gebet auf. Warum sooo oft? Überhören wir es oder tun wir es nicht? Warum nicht? Wer oder was hindert uns?

Nur durch Gebet können wir die Geschicke der Welt lenken. Mehr als alle Politiker und Mächte der Welt. Das Gebet kann Kriege abwenden und Berge versetzen (vgl. Mk 11, 23). So viel ist schon durch den Rosenkranz bewirkt worden. Petrus Pavlicek hat zusammen mit tausenden Menschen durch den Rosenkranz-Sühnekreuzzug Österreich freigebetet. Viele von uns haben durch die Erfahrung in Medjugorje die gute Angewohnheit, dass sie immer einen Rosenkranz bei sich tragen. Haben sie Zeit, beten sie ein Gesätzchen, wo auch immer sie sind: So beten sie im Auto, im Zug, beim Radfahren, in der Arbeit, wenn sie zu Hause sind, wenn sie einschlafen und am Morgen wieder aufstehen. Der ganze Alltag ist somit von Gebet getragen, was spürbar wird. Jetzt im Advent ist die Zeit, in der wir uns auf die Geburt unseres Erlösers vorbereiten. Nutzen wir diese Gnadenzeit, indem wir uns wieder zu MEHR Gebet entscheiden. Es muss nicht immer mündlich sein, es kann auch mit dem Herzen ganz still oder durch unsere Hingabe zum Ausdruck gebracht werden. Wichtig ist die innige, persönliche Begegnung mit ihm. Die Frucht des Gebets wird der Friede in unserem Herzen und in der Welt sein.

Jesus ist auf die Erde gekommen, um uns Seinen Frieden zu geben.

Die Frucht der Stille ist das Gebet.

Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.

Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.

Die Frucht der Liebe ist das Dienen.

Die Frucht des Dienens ist der Friede!

(Hl. Mutter Theresa)

Das Ziel des Kommens Jesu auf Erden war, uns zu erlösen und uns von seinem Vater, unserem Gott, zu erzählen. Wer auf ihn hört, und das gilt für alle Zeiten, wird den Frieden von Weihnachten geschenkt bekommen. Ein unschätzbares Geschenk für JEDEN Menschen auf Erden!

…wer oder was ihr auch seid…

Gott ruft jeden! Egal, ob wir groß oder klein sind, ob wir reich oder arm sind, ob wir gesund oder krank sind. Gott ruft jeden! Der Beruf und die gesellschaftliche Stellung sind nicht wichtig. Jesus erwählte Fischer zu seinen engsten Freunden. Fischer – keine Gelehrte. Oft denken wir uns: „Ich bin nicht gut genug, Jesus soll doch jemanden Besseren erwählen.“ Doch Er will durch unsere Schwachheit stark werden, mit uns im Alltag, aber auch im Leiden Hand in Hand gehen. Er kennt uns genau und hat jedes Haar auf unserem Kopf gezählt. Wir dürfen vertrauen, dass Er uns nicht mehr zutraut, als wir schaffen können. Der eine Diener bekam fünf Talente, der andere zwei (vgl. Mt 25, 15). Gott hat einen genialen Plan mit jedem von uns – nicht zu viel und nicht zu wenig.

Er, mein Sohn, euer Bruder, ruft euch durch mich zur Umkehr auf

Was bedeutet es, dass Jesus durch Maria zur Umkehr aufruft? Die Gospa erschien nicht zufällig 1981 am Hochfest des Hl. Johannes des Täufers. Er rief zur Umkehr auf, und so tat und tut es seit 1981 die Mutter Gottes in Medjugorje. In dieser Hinsicht ist der Hl. Johannes der Vorläufer auch von Maria! Er war aber auch der Vorläufer von Jesus selbst, der zur Umkehr aufgerufen hatte. Umkehr im Advent heißt, sich auszurichten auf den, der uns gelehrt hat, Mensch zu sein. Dazu braucht es folgendes:

  • – Durch die Selbsterkenntnis wird tiefere Gotteserkenntnis geschenkt, das Ziel ist also, wahrhaftig zu werden.
  • – Die Vergangenheit ruhen lassen und bereit sein, sich mit seinem bisherigen Leben, mit den Menschen und mit Gott zu versöhnen.
  • – Macht und Kontrolle aufgeben und wie ein kleines Kind werden.
  • – Akzeptieren der eigenen Grenzen und innere Freiheit erbitten, alles so annehmen zu können, wie es ist.

Denn ohne Gott habt ihr keine Zukunft und kein ewiges Leben.

Wer die obigen vier Punkte der Menschwerdung im psychologischen Sinn beherzigt, kommt wie von selbst zur Erkenntnis, dass wir Menschen endlich sind, und dass es einen Schöpfer gibt. Wir kommen von Gott und sind auf Gott hin geschaffen. Zukunft auf Erden und Zukunft, die über das Irdische hinausgeht, ist allein Gnade Gottes. Wer will nicht diese Gnade erleben? Was kann uns Besseres passieren?

Deshalb glaubt und betet und lebt in der Gnade und in der Erwartung eurer persönlichen Begegnung mit Ihm.

Erwarten wir echt und wirklich eine persönliche Begegnung mit Gott? Glauben wir überhaupt noch, dass er kommt? Was machen wir, wenn er kommt? Unsagbare Freude, lang ersehnt, oder doch überrascht – warum jetzt? Wie sind meine Empfindungen, wenn ich gewahr werde, dass Gott zu mir kommt? Advent als die Zeit, sich aufrütteln zu lassen, dass Gott wirklich (wieder) kommt!

Lene Mayer-Skumanz schrieb einen kurzen Text über Gott, der zu Besuch kommt: Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. Da wurde er schrecklich nervös. „Zu mir?“, rief er. „In mein Haus?“ Und er rannte in alle Zimmer, er lief die Treppen rauf und runter, er kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinab – und sah sein Haus mit anderen Augen. „Unmöglich!“, jammerte er. „In dieser Unordnung kann ich keinen Besuch empfangen, schon gar nicht Gott! Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen.“ Also riss er alle Fenster und Türen auf und rief hinaus: „Brüder, Freunde, Leute! Helft mir aufräumen – irgendjemand, bitte! Aber schnell!“

Er machte sich sofort daran, sein Haus zu putzen. Durch die dicken Staubwolken sah er, dass ihm tatsächlich jemand zu Hilfe gekommen war, worüber der Mann mehr als dankbar war. Sie schleppten gemeinsam das Gerümpel aus dem Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten die Stiegen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und noch immer klebte der Dreck an allen Ecken und Enden. „Das schaffen wir nie!“ schnaufte der Mann. „Doch, das schaffen wir.“, sagte der andere. Sie plagten sich den ganzen Tag. Und tatsächlich waren sie spät am Abend fertig. Sie gingen in die Küche, und der Mann deckte den Tisch. „So!“, sagte er, „jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?“ „Aber ich bin ja da.“, sagte der andere und setzte sich an den Tisch. „Komm und iss mit mir.“

Gott ist der „Ich-bin-da“. Er ist da für uns und will mit uns Gemeinschaft haben. So wie die Mutter Gottes. Deshalb bedankt sie sich seit 1981 jedes Mal, dass wir auf ihre Worte hören und sie zu leben versuchen. Wir sind Kinder Mariens und wollen so wie Jesus auch in ihre Schule gehen und uns von ihr erziehen lassen. Sie ist die beste Lehrmeisterin, die uns in alle Geheimnisse des Glaubens und des Lebens, auch des ewigen Lebens, einführt.

Danke, dass wir ihrem Ruf folgen dürfen!