Betrachtung zur Botschaft von 25.04.2018 – Dr. Ignaz Hochholzer

Dr. Ignaz Hochholzer

Mit dem Auferstandenen ein neues Leben leben
Auf Pfingsten hin im Gebet um den Heiligen Geist besonders geeint mit Maria, haben wir diese Botschaft erhalten, die uns so sehr zum neuen Leben aus der Auferstehung Jesu aufruft.
Heute rufe ich euch auf, mit Jesus euer neues Leben zu leben.

Die fünfzig Tage (auf Altgriechisch „pentekosté“) zwischen Ostern und Pfingsten lenken unseren Blick auf das leere Grab, aber noch mehr auf die Erscheinungen des auferstandenen Herrn Jesus. Er erscheint zunächst den Frauen, dann den Jüngern und den Vielen.

Das leere Grab schockiert die Frauen, die den Leichnam Jesu nochmals salben wollen. Sie brechen in Tränen und Klagen aus. In dieser Verbitterung erkennt Maria Magdalena ihren so geliebten Herrn und Meister gar nicht. Erst als er sie anspricht: „Maria!“, wird sie sehend und ruft einfach: „Rabbuni!, das heißt: Meister“ (Joh 20,16).

Der Auferstandene ist später dem Saulus vor den Toren von Damaskus erschienen und hat ihn zum Paulus gewandelt, sodass aus dem Christenverfolger der Völkerapostel wurde (vgl. Apg 9,1-22).

Geliebte Leser, der Auferstandene kann auch uns wandeln. Das ist das zentrale Ostererlebnis auch für uns! Bis heute gilt im Besonderen das leere Grab – und fast noch mehr die Begegnung mit dem Auferstandenen, darauf verweist uns auch die Gottesmutter Maria ganz eindringlich. Jesus selbst mahnt Maria Magdalena: „Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.“ (Joh 20,17).

Jesus ist nicht vom Tod erweckt worden, wie er es Lazarus, seinem Freund, geschenkt hat, der dann wieder gestorben ist. Jesus ist auferstanden zum neuen Leben, und er erscheint. Die Wundmale sind sichtbar; das vergangene Leben ist nicht erloschen, sondern verklärt, erhöht, heimgeholt zum Vater im Licht des Heiligen Geistes.

…mit der Auferstehung ist uns das neue Leben gegeben.

Ganz einmalig erklärt uns die Gottesmutter Maria: Mit der Auferstehung Jesu ist auch uns das neue Leben gegeben. Wir dürfen voll Dank, Freude und Jubel rufen und sagen: Tod, wo ist dein Stachel? Sünde und Schuld (felix culpa – glückliche Schuld), welch großen Erlöser hast du gefunden! So wunderbar führt uns diese Botschaft in das tiefe Geheimnis unseres Glaubens und möchte allen Kleinmut von uns nehmen, jede Verzagtheit und Verdrossenheit löschen und jeden Zweifel wie beim Apostel Thomas ein für alle Mal tilgen, so dass wir voll Jubel, Zuversicht und innerer Sicherheit rufen: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,29).

Möge in euren Herzen Freude und Friede sein, und bezeugt die Freude, dass ihr mein seid.

Jeder Zweifel, alle Unsicherheit und Grübelei, das Nörgeln und jeder Zwiespalt in uns, alles Negative schlechthin muss weichen, hat nicht mehr Platz und Raum, weil wir so erfüllt sind vom Auferstandenen. Das ist das neue Leben, das uns geschenkt ist. Einzig „Mein Herr und mein Gott!“ hat Platz in unserem Herzen, in unserem ganzen Sein. Versuchung, Neid und Missgunst können uns nicht mehr überwältigen, weil wir in seiner Freude, in seinem Frieden sind. Lassen wir uns überwältigen von dieser Fülle unseres auferstandenen Herrn Jesus Christus und rufen wir mit Johannes immer wieder: „Es ist der Herr!“ (Joh 21,7).

… im Gebet treu und beständig…
die Hoffnung nicht verlieren.

Es ist der Herr, der alles in uns wirkt und schenkt. Wenn mit Pfingsten der Oster-Festkreis endet und wir wieder in den Jahreskreis, in den Alltag eintreten, so bleiben in uns Freude, Friede und Hoffnung durch das Gebet. Das Gebet hält das Feuer am Brennen! Immer wieder nachlegen!

Es kann nicht sein, dass wir sagen: „Ich habe keine Zeit zum Gebet. Die vielen Aufgaben halten mich fern vom Kirchgang, von Beichte und Messe! Umso mehr Arbeit, desto mehr Gebet, Anbetung! – war das Geheimnis der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta. Vergessen wir das nie: Hast und Hektik zerstören, lassen untergehen! Jesus macht uns untrüglich ein für alle Mal die Zusage: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11,28).

Zu Jesus kommen heißt beten, still vor ihm sein, wo immer wir sind, was immer uns im Kopf umgeht und unser Herz zu besetzen droht… Jesus ist da! Oft sehen wir IHN nicht, erkennen IHN nicht, doch er ruft uns beim Namen, so wie er Maria Magdalena gerufen hat. Geben wir mit ihr, der ersten der Apostel („prima apostola“) die Antwort: „Rabbuni, Meister!“ In seinen Wunden sind wir gerettet, die Wunden des Auferstandenen leuchten, sind uns Licht und Trost, in ihnen können wir uns bergen!

… bezeugt die Freude, dass ihr mein seid.

Das ruft uns die Gottesmutter Maria zu. Noch immer haben wir nicht richtig erkannt, wie sehr uns die Gottesmutter Maria einzig und allein zu ihrem Sohn führen will; wie sehr ihr ganzes Leben ein einziger Schrei ist: „Was er euch sagt, das tut.“ (Joh 2,5). Darum feiern wir jedes Jahr am 26. April Unsere Liebe Frau vom Guten Rat (mater boni consilii).

Lassen wir uns niemals Maria, unsere geliebte Mutter, nehmen. Wenn jemand geringschätzig oder gar abfällig über sie spricht, halten wir ihr umso mehr die Treue und bezeugen wir die Freude, dass wir ihr gehören. Wir brauchen ihre mütterliche Liebe, um selbst lieben zu können!

Es ist unser Auftrag, Liebe in die Welt zu bringen: Brot den Hungernden und Wärme den Ungeliebten, Ungewollten und Ungebrauchten! Der Hunger nach Liebe ist groß! Aus der Kraft Gottes und dem Beispiel Mariens werden wir befähigt zu lieben – zu lieben, bis es weh tut; unermesslich zu lieben, bis wir ganz aufgehen in der Liebe Gottes.

Gebet um den Heiligen Geist

Du heiliges Feuer – brenn in unseren Herzen!
Du heiliges Wasser – fließ in unsere Beziehungen!
Du Heiliger Geist – beflügle unsere Gedanken!
Du heiliger Fürsprecher – sprich in unserem Innern!
Du heilige Taube – flieg durch unsere Welt!
Du heilige Liebe – begeistere alle Menschen!

(nach Anton Rotzetter)