Betrachtung zur Botschaft vom 25. April 2017 – Pfarrer P. Reinhard Kofler CM

Liebt, betet und bezeugt meine Gegenwart all jenen, die fern sind

Die Erscheinungen von Medjugorje wurden bereits vier Jahre nach ihrem Beginn mit großer Kompetenz und Erfahrung von einer theologischen und wissenschaftlichen italienisch-französischen Kommission geprüft. Siebzehn bekannte Wissenschaftler, Ärzte, Psychiater und Theologen kamen im Januar 1986 bei ihrer Untersuchung in Paina bei Milano zu folgendem Ergebnis:


1. Aufgrund der psychologischen Tests kann für jeden der Seher mit großer Sicherheit Betrug und Fälschung ausgeschlossen werden.
2. Aufgrund der medizinischen Untersuchungen, Tests und klinischen Beobachtungen kann für jeden der Seher eine pathologische Sinnestäuschung ausgeschlossen werden.
3. Aufgrund der Resultate vorangegangener Untersuchungen kann für jeden der Seher eine nur menschliche Interpretation dieser Offenbarungen ausgeschlossen werden.
4. Aufgrund der Informationen und dokumentierbaren Unterlagen kann für jeden der Seher ausgeschlossen werden, dass diese Ereignisse auf preternaturaler Ebene seien, d.h. unter dämonischem Einfluss.
5. Aufgrund der Informationen und dokumentierbaren Beobachtungen besteht eine Beziehung zwischen diesen Ereignissen und jenen, die normalerweise in der mystischen Theologie beschrieben werden.
6. Aufgrund der Informationen und dokumentierbaren Beobachtungen ist es möglich, von geistigen Fortschritten und Fortschritten im theologischem Bereich und den moralischen Tugenden der Seher – seit dem Beginn der Erscheinungen bis heute – zu sprechen.
7. Aufgrund der Informationen und dokumentierbaren Beobachtungen können Lehren und Verhaltensweisen der Seher, die klar im Gegensatz zum Glauben und zur christlichen Moral stehen ausgeschlossen werden.
8. Aufgrund der Informationen und dokumentierbaren Beobachtungen kann man von guten geistigen Früchten bei den Personen sprechen, die durch die übernatürlichen Aktivitäten dieser Ereignisse angezogen werden und in jenen Personen, die zu ihren Gunsten sind.
9. Nach mehr als vier Jahren beeinflussen die Tendenzen und die verschiedenen Bewegungen, die durch Medjugorje und als Frucht daraus entstanden sind, das Volk Gottes in vollständiger Harmonie mit der katholischen Lehre und Moral.
10. Nach mehr als vier Jahren kann man aus den generellen Bewegungen von Medjugorje von bleibenden und sachlichen geistigen Früchten sprechen.
12. Folglich kann man schließen, dass nach einer genauen Untersuchung der Protagonisten, der Tatsachen und ihrer Folgen nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch hinsichtlich der Kirche generell es für die Kirche gut ist, den übernatürlichen Ursprung anzuerkennen und folglich das Ziel der Ereignisse von Medjugorje.

Liebt, betet und bezeugt meine Gegenwart

Die Gospa sagt uns: „Liebt, betet und bezeugt meine Gegenwart all jenen, die fern sind.“ Das sehen wir an der Geduld der Seher und Seherinnen, an ihrer Bereitschaft, für die Pilger da zu sein. Ich selber habe bei einer meiner Pilgerfahrten nach Medjugorje einmal die Seherin Vicka vor ihrem Haus erlebt, wie sie mit freudigem Lächeln alle gegrüßt hat und mit Begeisterung von ihrer Liebe zur Gospa und dem, was sie von uns verlangt, gesprochen hat. So viele Pilger haben an den Kräften von Vicka gezehrt und sie hat bereitwillig allen geantwortet, sie gesegnet und ihnen die Liebe ihrer himmlischen Mutter vermittelt. Gerade diese Normalität der Seher ist für mich das Beeindruckende.

Mit eurem Zeugnis könnt ihr Herzen Gott näher bringen, die fern von seiner Gnade sind

Wir sehen auch die Früchte wie die Gemeinschaft Cenacolo, Marys Meals, die vielen geistlichen Gemeinschaften, die von hier aus entstanden sind.
„Jeden Baum erkennt man an den Früchten … Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“, sagt Jesus in Lukas 6,44.
Von Anfang an waren die Erscheinungen von Medjugorje von zahlreichen ungewöhnlichen Zeichen im Himmel oder auf der Erde begleitet, besonders aber von wunderbaren Heilungen. Ich selber kenne eine Frau aus der Steiermark, die mit fortschreitender MS (Multiple Sklerose) nach Medjugorje pilgerte und dort die ruhige und stille Atmosphäre an diesem Gnadenort einatmete. Zuhause schaffte sie nicht einmal mehr den Weg zur Kirche, in Medjugorje bewegte sie sich rund um die Kirche und verbrachte ihre Zeit auch bei der schönen Statue der Gospa vor der Kirche. Als die Busgruppe beschloss, am nächsten Tag in der Früh zum Kreuzberg zu fahren, wollte sie unbedingt mitkommen. Man riet ihr vehement ab. Aber sie sagte, sie wolle einfach nur am Fuße des Kreuzberges verweilen, diese rote Erde sehen und dort bei der ersten Station verweilen. So durfte sie in der Morgenfrühe doch im Bus mitfahren. Es war finster beim Weggehen und die Gruppe stieg höher und höher den Kreuzberg hinauf, den Rosenkranz und die Kreuzwegstationen betend. Das Erstaunen war groß, als auf einmal auch die an starker MS leidende Veronika unter den Pilgern auf dem Kreuzberg war. Sie schaffte es bis ganz hinauf zum großen Kreuz. Sie selber sagte, sie verstehe es nicht, aber irgendeine Kraft habe sie einfach hinauf gezogen. Veronika ist nicht von MS geheilt, aber diese Tage in Medjugorje wird sie wohl nie vergessen. Heute verschickt sie religiöse CDs und DVDs an Interessierte und hat so ihren Frieden gefunden. So kann sie mit ihrem Zeugnis viele ferne Herzen erreichen.

Die Gospa ruft uns auf zum beherzten Zeugnis, das für uns einfach eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Ich sehe das bei Marys Meals, das auch in unserer Marienpfarre „Schmerzhafte Mutter“ in Graz eine große Rolle spielt. Dort bin ich seit September 2015 neuer Pfarrer. Es begann mit einem Vortrag von Klara Brandner in der Pfarre. Alles weitere kam von selbst: Menschen sind begeistert von diesem Projekt und spenden gerne. Inzwischen haben wir schon einige hundert Rucksäcke in unserem Rucksacklager gesammelt, die dann regelmäßig nach Wien ins große Lager in Simmering gebracht werden. Viele Marys-Meals-Kinder werden auch durch Daueraufträgen unterstützt. Es gibt so viele Möglichkeiten: eine Religionslehrerin organisierte in ihrer Schule die Rucksackaktion und die Kinder sammelten fleißig. Firmlinge aus Kapfenberg wählten Marys Meals als eines der Firmprojekte und brachten rund 70 Rucksäcke zusammen. Bei einem Vortrag nach einem Familiengottesdienst hörte eine Familienmutter davon und brachte um die 100 fertig abgepackte Rucksäcke aus der Schule in Dobl. Ich denke einfach, es kann jeder und jede etwas tun und so Anteil an den Früchten von Medjugorje erhalten. Gerade diese Werke berühren oft auch Menschen, die sich mit Glaubensdingen schwer tun. Aber so finden sie wieder einen neuen Zugang.
Als nächstes möchten wir im Herbst in unserer Pfarre einige Burschen der Gemeinschaft Cenacolo in Kleinfrauenhaid einladen, dass sie in Graz über ihren Weg aus der Droge sprechen. Geplant sind neben Begegnungen in der Pfarre auch Schulbesuche und ein Liederworkshop mit Songs aus der Gemeinschaft Cenacolo.

Gehen wir „mit Liebe und Beherztheit“ ans Werk und seien wir der Fürsprache unserer himmlischen Mutter gewiss. Sie bedankt sich immer wieder aufs Neue bei uns, wenn wir ihrem Ruf folgen.

P. Reinhard Kofler CM