Pressekonferenz von Erzbischof Hoser am 5. April 2017 in Medjugorje

Ich lade alle ein, hierher zu kommen und die Größe Gottes zu entdecken, seine Liebe und seine Barmherzigkeit, nicht zuletzt auch in der Person der Muttergottes.

Pressekonferenz von Erzbischof Hoser am 5. April 2017 in Medjugorje

Erzbischof Henryk Hoser aus Warschau, den Papst Franziskus am 11. Feber dieses Jahres zum päpstlichen Gesandten für Medjugorje ernannte, um Vorschläge für eine bessere pastoral Begleitung der Medjugorje-Pilger zu erarbeiten, gab am 5. April 2017, nach einem siebentägigen Aufenthalt in Medjugorje, eine vielbeachtete Pressekonferenz.

Interview für den italienischen Fernsehsender Canale 5

Unmittelbar nach der Pressekonferenz sagte der Erzbischof in einem Interview mit dem bekannten italienischen Fernsehmoderator Paolo Brosio, das noch am selben Abend im italienischen Fernsehen ausgestrahlt wurde:

„Als ich hier angekommen bin, entdeckte ich diese große Bewegung der Pilger, die sehr zahlreich sind, die hierher kommen um zu beten, vor allem zu beten und nach spiritueller und tiefer Erneuerung suchen. Ich lade auch alle anderen ein, hierher zu kommen und die Größe Gottes zu entdecken, seine Liebe und seine Barmherzigkeit, nicht zuletzt auch in der Person der Muttergottes.“ Auf die Frage, was das große Wunder von Medjugorje sein, antwortete Erzbischof Hoser: „Die Bekehrung, zweifellos die Bekehrung. Das ist auch der Sinn von allen anderen anerkannten Erscheinungsorten, wohin sich die Leute begeben, um gemeinsam zu beten. Das ist ein Ort der großen Gnaden Gottes.“

Pressekonferenz in Medjugorje

Die Pressekonferenz in der Halle Johannes Paul II. in Medjugorje begann um 16.00 Uhr. Der Erzbischof Hoser berichtete über seine bisherigen Eindrücke: Medjugorje, ein Ort zwischen den Bergen, sei ein unbekannter Ort in der Welt gewesen, doch heute sie dieser Ort auf der ganzen Welt bekannt. Nach Medjugorje kommen Pilger aus über 80 verschiedenen Ländern. Im Jahr pilgern ca. 2,5 Millionen Menschen an diesen Ort und seit 1986 wurden 37 Millionen Hostien ausgeteilt. Diese Zahlenbilanz ist von großer Bedeutung auch  für die weitere Entwicklung von Medjugorje. Denn nach Lourdes, das um 150 Jahre älter ist, kommen noch heute sechs Millionen Pilger pro Jahr.

Nach Erzbischof Hoser´s Eindrücken kommen die Menschen nach Medjugorje, zum einen aufgrund der Erscheinungen, die  am 24.Juni 1981  begannen. Zum anderen, weil sie in Medjugorje etwas Außergewöhnliches suchen und entdecken. In Medjugorje herrscht eine Atmosphäre des Friedens und die Menschen entdeckten eine tiefe Spiritualität. An diesem Ort erlebt man etwas Sakrales. Sakral bedeutet etwas  Besonders, etwas Göttliches. MEDJUGORJE ist ein sakraler Raum. Es ist ein Ort der tiefen Marienverehrung, aber wenn man tiefer hinschaut, dann ist es eine Christus Verehrung. Im Mittelpunkt steht die Feier der Eucharistie, die Verkündigung des Wort Gottes, die Anbetung, in der Jesus Christus wahrhaftig anwesend ist und in der seine Gottheit und Menschlichkeit entdeckt wird. Viele Pilger finden in Medjugorje zum Rosenkranzgebet, bei dem über das Leben Jesu in meditativer Form gebetet wird. Die Menschen entdecken die Geheimnisse des Glaubens. Zum Beispiel in der Form des Kreuzweges, dieses große Geheimnis des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu. Ein besonderer Aspekt in Medjugorje ist die Beichte. Die Erfahrung der persönlichen Vergebung. Erzbischof Hoser betont, dass Medjugorje ein sehr fruchtbarer Boden ist. In den letzten Jahren gab es durch Medjugorje 610 Priester und Ordensberufungen, die meisten in Italien, Amerika und Deutschland. In einer Zeit, in der die Berufungen in Krise sind, ist dies etwas Neues, etwas das tief berührt.

Drei geistliche Räume in Medjugorje

Nach seiner Einschätzung gibt es in Medjugorje drei verschiedene und wichtige Räume.

Der erste Raum sei die Pfarre Medjugorje. Die Pfarre kümmert sich um die Einwohner von Medjugorje. Es ist eine Pfarre die schon sehr alt ist, aber deren Einwohnerzahl um ca. 1000-1500 angestiegen ist und noch immer weiter wächst. Es werden auch die Seher zur Pfarre gezählt.
Der zweite Raum sind die Pilger: 2-2,5 Millionen Pilger kommen jährlich nach Medjugorje und dies ist eine Zahl die tendenziell steigt. Für die Priester ist dies eine große Herausforderung. Aufgrund dieser hohen Pilgerzahlen hat sich auch die Infrastruktur an diesem Ort  verändert. Es gibt Hotels, Restaurants etc. Die Anzahl der Menschen wächst und man benötigt immer mehr Unterkünfte …

Der dritte Raum sind  die Gemeinschaften. Viele  geistige Gemeinschaften und auch reine humanitäre Aktivitäten sind aus der Inspiration von den Geschehnissen in Medjugorje entstanden. Viele Gemeinschaften sind hier wohnhaft, auch welche die nicht von hier inspiriert sind, die aber das Phänomen begleiten. Einiges ist auch durch die Franziskaner entstanden, zum Beispiel das Mutterdorf und das Projekt  Domus Pacis.

Neuevangelisierung

Ein weiterer wichtiger Punkt, die von der Pfarre und den Franziskaner entstanden ist, sind die Seminare. Im jährlichen Rhythmus finden verschiedenste Seminare statt. Es gibt seit 23 Jahren ein Seminar für alle Pilgerleiter, seit 21 Jahren das Seminar für die Priester, seit 17 Jahren für die Eheleute, seit 4 Jahren für Ärzte und medizinisches Personal und letztes Jahr fand das erste Mal das Pro Life Seminar statt und es gibt auch ein Seminar für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Medjugorje zeigt eine besondere Intensität des Lebens. Erzbischof. Henryk Hoser betonte, dass für Papst Franziskus die Heiligtümer sehr wichtig sind, dass er sie aus der Kongregation des Klerus genommen hat und sie der Kongregation für die Neuevangelisierung zugeordnet hat. Medjugorje befindet sich auf dieser geraden Linie der Neuevangelisierung. Es gibt eine wachsende Dynamik und diese zeigt, dass die Bedürfnisse der Pilger immer stärker werden.

In Medjugorje kommen die Menschen zur Quelle. Sie stillen ihren Durst nach Gott

Erzbischof Hoser erwähnte am Ende seiner Ausführungen, dass in Medjugorje die Menschen zur Quelle kommen. Sie stillen ihren Durst nach Gott, nach dem Glauben. Die Menschen entdeckten den Glauben und dies geschieht durch Maria. Maria wird in Medjugorje als die Königin des Friedens angerufen. Er wies darauf hin, dass dies ein uralter Anruf für Maria ist. Erzbischof Hoser wies auf die aktuelle Weltsituation hin und betonte, dass Papst Franziskus sagt, dass der dritte Weltkrieg schon stattfindet, aufgeteilt in Stücke. Es sind die schlimmsten Kriege diejenigen, die in einem Volk stattfinden. Er selbst hat den Genozid in Ruanda miterlebt. Weiters erwähnte er den Krieg in Syrien, in einem der ältesten christlichen Länder der Welt. Wenn man sich diese Situationen in der Welt ansieht, dann ist die Anrufung der Muttergottes als „Königin des Friedens“ enorm wichtig. Deshalb spielt auch Medjugorje eine spezifische Rolle. Erzbischof Hoser ruft alle Menschen dazu auf, dass sie Träger der Frohen Botschaft sind und dass in Medjugorje ein neues Licht ist. Die Welt bedarf dieses Lichtes, eine Welt die zerbricht und immer mehr in die Dunkelheit fällt.

Erzbischof Henryk Hoser sagte in der Pressekonferenz sehr deutlich, dass er sich beim Urteil über die Echtheit der Erscheinungen zurückhält, weil dies die Arbeit der Kommission ist. Er bat darum, dass man geduldig ist, denn je mehr Inhalt, desto mehr Zeit braucht man um alles zu untersuchen und prüfen. Aber er sagte, dass alle Erscheinungen einen gemeinsamen Nenner haben, nämlich den Aufruf Mariens zur Umkehr und dass man das Leben in Sünde verlässt.



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